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2. Luftentfeuchtung in Gebäuden mit Verdunstung im Raum

2.1 Räume mit Menschen

In Räumen, in denen sich Menschen aufhalten oder bewegen, ist es notwendig, die natürliche Verdampfung (Transpiration) dieser Menschen in Betracht zu ziehen mit der sie zur Feuchtigkeitserhöhung im Raum beitragen.

In diesen Fällen muss man die durchschnittliche Anzahl Menschen im Raum / Gebäude kennen. Nach Erfahrungen kann man bei einer Raumtemperatur von +20°C mit folgender Wasserabgabe pro Person rechnen:

Stillsitzend: 45 g/h
Mittelaktiv : 125 g/h
Hoher Aktivität: 200 g/h

Die somit bekannte Feuchtigkeitsabgabe wird dem Entfeuchtungsbedarf für Gebäude mit Luftwechsel (wie in 1. Luftentfeuchtung in Gebäuden ohne Verdunstung im Raum beschrieben) hinzugerechnet. Das Resultat ergibt die erforderliche Entfeuchtungsleistung.


2.2 Trockenlagerung und Dimensionierung

Ein Lagerraum (Museum, Depot) ist zu einem gewissen Grad durch die in den oben beschriebenen Verhältnissen abgedeckt. Jedoch ist der Beitrag von Personen von geringer Bedeutung. Stattdessen müssen die gelagerten Waren, Kulturgüter etc. berücksichtigt werden.

Für Waren, die langfristig gelagert werden, gelten die erwähnten Betrachtungen. Hier wird die Feuchtigkeit in den Waren, Gütern auf die Luftbedingungen des Raumes reduziert. Die Ware ist dann hinsichtlich der Entfeuchtung unwichtig.


2.3 Austrocknung, Allgemein:

Die Austrocknung ist ein sehr wesentliches Anwendungsgebiet für den Kondenstrockner.

Der Austrocknungsprozess wird als abgegrenzte Aufgabe charakterisiert, die eine bestimmte Zeit dauert, z.B. Austrocknung von Neubauten und feuchten Räumen (Wasserschäden) etc.

Das Prinzip der Austrocknung besteht darin, dass der Luftentfeuchter / Raumtrockner - wie vorstehend beschrieben - nach und nach die relative Feuchtigkeit im Raum senkt. Hierdurch wird erneut Feuchtigkeit aus den Gebäudeteilen verdampfen, wordurch die relative Feuchte des Raumes entgegengesetzt beeinflusst wird.

Es entsteht also ein Gleichgewicht zwischen der Feuchtigkeitsabgabe aus den Gebäudeteilen, Mauerwerken oder Einrichtungen und der Feuchtigkeitsentfernung aus der Luft durch den Luftentfeuchter / Raumtrockner.

Das Ergebnis ist die stufenweise Austrocknung eines nassen oder feuchten Raumes.

Die für eine Austrocknungsaufgabe beanspruchte Zeit ist oft nicht von der Leistung eines Luftentfeuchters abhängig, sondern von der Geschwindigkeit, mit der das Material oder die Gebäudeteile ihre Feuchtigkeit freigeben.

Die unerwünschte Feuchtigkeit z.B. in Kunstgegenständen, Textilien, Papier, Mauerwerken, Holz und sonstigen wassergeschädigten Materialien, tritt oft in flüssiger Form auf. Sie muss also verdampfen, um in die Raumluft übertragen zu werden. Diese Verdampfung erfordert Energie in Form von Wärme. Wenn nicht genügend Wärme vorhanden ist , dauert diese Wasserabgabe sehr lange.

Normalerweise ist es nicht nötig, die entfeuchtete Luft im Raum zu verteilen, wie es von der Beheizung bekannt ist, weil die Feuchtigkeit gleichwertig (äquivalent) mit dem Dampfdruck ist, der, wie andere Luftdrücke, ausgeglichen wird. Man sollte jedoch beachten, dass der Dampfdruck temperaturabhängig ist, so dass der Dampfdruck mit niedriger Temperatur und hoher Feuchtigkeit den gleichen Dampfdruck haben kann, wie eine andere Luftmenge mit einer höheren Temperatur und einer niedrigeren Feuchtigkeit. In diesen Fällen wird die Feuchtigkeit nicht ausgeglichen!


Die beschriebenen Umstände erklären, warum der Einsatz eines Heizelements zweckmäßig sein kann, möglich in der Kombination “Luftenfeuchter mit eingebautem Elektro-Heizregister” oder mit einem separaten Lufterhitzer, um den Austrockungsprozess zu beschläunigen.


Besonders bei der Austrocknung von Kellerböden, deren Temperatur oft wesentlich niedriger als die Raumtemperatur ist, können diese Maßnahmen notwendig sein.


2.4 Austrocknung nach Wasserschäden - Gebäudetrocknung


Die Austrocknung nach Wasserschäden ist eine Aufgabe, bei der es im wesentlichen um die schnelle Entfernung der Feuchtigkeit geht.


Es ist immer notwendig einen geschädigten Raum geschlossen zu halten, um das Eindringen von Aussenluft (Luftwechsel) möglichst zu verhindern. Dann arbeitet man nämlich nur mit der absoluten, in der Raumluft vorhandenen, Wassermenge.


Für die Beurteilung dieser Anwendung ist es von Bedeutung, ob der Wasserschaden “frisch” ist oder ob sich seit längerer Zeit Wasser im Raum befunden hat. Auch bei der Austrocknung ist es in den meisten Fällen zweckmäßig, den Raum zusätzlich zu beheizen.


In den meisten Notfällen ist der schnelle Einsatz eines Luftentfeuchters erforderlich. Da Wasserschäden, im Umfang und Beschaffenheit stark variieren , ist es in der Praxis nicht möglich, eine Dimensionierung des Entfeuchtungsbedarfs vorzunehmen.

In Bezug auf die Dimensionierung des dafür notwendigen Luftentfeuchters / Bautrockners greift man deshalb auf Erfahrungswerte zurück.


Der Entfeuchtungsbedarf “Q” wird in g oder kg pro Stunde angegeben, da dieses die Dimension für die Leistungsangabe des Luftentfeuchters (l/h) entspricht. Der Rauminhalt “V” wird in m³ angegeben.


Formel: Q = V x 2,0 (g/h) zzgl. Zuschlag von 0,8 g/m³ x h, als Wasserabgabe von Materialien.


Weitere Informationen über:


2.5 Austrockung von Neubauten
2.6 Holztrocknung
2.7 Prozesstrocknung
2.8 Schwimmbad-Entfeuchtung


erhalten Sie gerne auf Anfrage.


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Verfasser: Horst Helmer

Literaturangaben:

Horst Helmer+CO KG,Verfahrenstechnik,Luftbefeuchtung-Luftentfeuchtung-Luftreinigung-Messtechnik,
Albrecht-Dürer-Straße 6,91735 Muhr am See
http://www.Helmer-Verfahrenstechnik.de

Dantherm GmbH, Bremen
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